Drei Veröffentlichungen in unterschiedlichen Medien hat Gerald Jatzek zu vermelden.
Liebe im Museum
Wenn einen das Museum der Liebe um einen Beitrag bittet, kann man nicht nein sagen. Eine entsprechende Einladung langte kürzlich in Wien ein: Das von Elisa Mantellassi und Roberto Casati gegründete Museum in Vaiano in der Toskana bereitet gerade eine Ausstellung von Mailart zum Valentinstag 2027 mit Werken internationaler Künstler und Poeten vor.

Geralds Text (s. Titelbild) knüpft an die Klangfiguren von Liebeszaubersprüchen in der oralen Literatur und dem Minnesang an und verknüpft dabei die hohe und die niedrige Minne.
Museo dell’Amore
Via di Spicciano 18
59021 Vaiano (PO), Italia
- Artikel: Nasce il Museo dell’Amore (2023)
Freundlicher Herbst
Spätestens seit der Romantik ist der Herbst ein – manchmal zu – beliebtes Thema der Literatur. Man denke an Paul Verlaines “Chanson d’automne”, Rainer Maria Rilkes “Herbsttag” oder John Keats’ “To Autumn”.
Im vorliegenden Sammelband finden sich neben manchen eher klischeehaften Metaphern auch neue Zugänge., darunter eine tröstliche Geschichte für Kinder über Fliegenpilze von Janthe Schröder.
Es herrscht viel Harmonie in diesen Texten, wesentlich mehr als in Anthologien, die vor 20, 30 Jahren erschienen sind, obwohl Deutschland gerade einen politischen Herbst erlebt.

Nicole Maria Hermanns “Novemberbrot” ist einer der wenigen Texte, die nicht versöhnlich enden.
Hier reicht die Autorin die Entscheidung ihrer Protagonistin an die Leser weiter, ermöglicht ihnen also das Probehandeln im Sinne des deutschen Autors und Literaturtheoretikers Dieter Wellershof (1925-2018).
Petra Pohlmann (Hg.): Herbstschimmern, Pohlmann Verlag, Bad Laer 2026, ISBN: 978-3-948552-64-0
Flackern, funkeln, aufleuchten
In der Fülle der Anthologien und Zeitschriften ist es nicht leicht ein Thema zu finden, das gleichzeitig zum Schreiben anregt und einschränkt. Dem niederösterreichischen DUM ist das mit „blinken“ gelungen. Es handelt sich dabei um eine Dialekt-Ausgabe, weshalb man die Texte am besten laut liest. Mit der Methode erschließen sich einem meistens auch Formulierungen in fremdartigen Mundarten. Die künstliche Stimme für österreichisches Deutsch auf speechgen.io ist hingegen keine Hilfe.
Die Texte behandeln Naheliegendes (selbstverständlich die Mobiltelefoniererei) und Originelles. Hans Kumpfmüller sieht es in der Kirche blinken (“des elegdresche ewege liachd”), Ulrike Titelbach beschreibt die zarten Signale der Poesie.
Nostalgische Romantik (bei Stephan Kaiblinger) hat ebenso Platz wie feministisches Auflehnen gegen klassische Rollen (bei Andrea Ch. Berger), gescheiterte Kommunikation mit Geräten (bei Bianca C. Klein) und Lichter, die einem den Weg weisen oder auch nicht (bei Barbara Rieger).
Blinken
DUM – das ultimative Magazin
Nr. 118 (2026), Langenlois, Österreich
- mit Texten von Lia Hartl, Andrea Heinisch, Claudia Dvoracek-Iby, Doris Leeb, Johannes Lerch, Hans Kumpfmüller, Sabine Schnepfleitner, Sylvia Bacher, Barbara Rieger, Renate Schiansky, Franziska Zussner, Gertraud Kammerer, Mario Huber, Dominik Kurcsics, Hannes Thauerböck, Julia Costa, Monika Schoberberger, Katharina Zanon, Eva Schreiber, Elisabeth Hafner, Silke Gruber, Camille Herter, Ulrike Titelbach, Birgit Rietzler, lüüs, Brigitte Thurner, Veronika Schneider, Stephan Kaiblinger, Matthias Hütter, Bianca M. Klein, Andrea Ch. Berger, Angelika Woska, Christine Tippelreiter, Christine Rainer, Gerald Jatzek, Dominik Unterthiner, Daniela Dangl, Richard Weihs, Katherina Braschel, Markus Manfred Jung, Lea Jehle, Katrina Mogler, Denise Wiesmahr, Irene Zoller, Karin Seiner, Hannelore Futschek, Franziska Bauer, Iris Gassenbauer und Andreas Pavlic
- und Zeichnungen von Eckholz und Oleg Estis.
Einzelheft: EUR 4.- (EUR 7.- außerhalb Österreichs)
Abonnement (4 Ausgaben): EUR 15.- (EUR 20.- außerhalb Österreichs)
Bestellung im Web oder via dummail@gmx.at
Die Titelcollage
Das Titelbild kann man hier in voller Größe betrachten.